Hygiene im Survival ist elementar und sichert unser Überleben – besonders in einer längeren Notsituation.
Survival Hygiene ist unverzichtbar um Krankheiten vorzubeugen. Daher sollte ich mich regelmäßig waschen (morgens mindestens als Katzenwäsche: Gesicht, Achseln, Schritt, Füße).
Das ist aber erstmal leichter gesagt als getan und wie reinigt man seine Kleidung im Notfall?
Bei einem geplanten Overnighter kann man das zwar vernachlässigen aber in einer echten Survival-Lage sollte ich unverzüglich auf Sauberkeit und Hygiene achten.
Ein Infekt oder eine kleine, unversorgte Schnittwunde kann sich entzünden, Schmerzen verursachen und meinen Körper unnötig schwächen.
Haare und Nägel sollten möglichst kurz gehalten werden – ein eingerissener Fuß- oder Fingernagel kann schnell zum Problem werden.
Wenn ich die Möglichkeit habe, sollte ich baden. Optimal ist natürlich Seife – aber die ist im Survival-Fall oft nicht vorhanden. Da stellt sich die Frage: “Wie kann man sich ohne Seife waschen?”
Deshalb schauen wir uns an, wie man sich mit natürlichen Mitteln in der Wildnis reinigen kann.
👉 Der Fokus liegt auf leicht erkennbaren Pflanzen und einfachen Methoden
Survival Hygiene mit natürlichen Mitteln
Zur provisorischen Reinigung von Körper und Kleidung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Hitze
- Saponine (pflanzliche Seifenstoffe)
- Ätherische Öle / Harze
- Gerbstoffe
- Asche
Hitze – einfache Keimreduktion im Outdoor-Bereich
Um meine Hände provisorisch zu „reinigen“, kann ich sie vorsichtig ans Feuer halten.
Das Hände reinigen ohne Wasser und Seife ist allerdings immer nur eine Notlösung innerhalb einer Notlösung sozusagen.
Das reduziert zwar die Anzahl der Bakterien leicht und verringert auch durch Trockenheit das Keimwachstum, aber das ersetzt keine echte Reinigung.
Die Temperaturen, die zur Desinfektion nötig wären, würden die Haut schädigen, bevor ein zuverlässiger Effekt erreicht wird.
Wäsche im Survival auskochen (sehr effektiv)
Im Gegensatz zur Haut funktioniert Hitze bei Kleidung sehr gut, daher kann ich analog zur Wasseraufbereitung hier sehr gut mit Hitze arbeiten:
- Mikroorganismen werden bei hohen Temperaturen zuverlässig inaktiviert
- Textilien halten deutlich mehr Hitze aus als Haut
Praxiswerte:
- 60 °C → gute Keimreduktion
- 70–80 °C → deutlich effektiver
- 100 °C → sehr hohe Keimreduktion
👉 Kochen ist der praktikabelste Ansatz
Anwendung im Gelände
Variante 1:
- Wasser erhitzen (Topf, Dose)
- Kleidung eintauchen
- 10–15 Minuten simmern lassen
Variante 2:
- vorher groben Schmutz entfernen
- ggf. mit Efeu / Seifenkraut / Asche reinigen
- anschließend abkochen
Einschränkungen
- Geruch ≠ Keime
- Wolle kann verfilzen – einlaufen!
- Synthetik kann beschädigt werden
- hoher Brennstoffbedarf
Saponine – natürliche Seife im Outdoor
Als natürlicher Seifenersatz eignen sich folgende, leicht zu identifizierende, Pflanzen:
- Birkenblätter
- Rosskastanien
- Seifenkraut
- Efeu

Diese Pflanzen enthalten Saponine, die fettlösend wirken und eine seifenähnliche Reinigung ermöglichen.
Hinweis: Saponine sind leicht giftig.
Efeu als Waschmittel im Survival
Anwendung:
- 5–10 frische Blätter sammeln
- zerreiben oder zerquetschen
- mit Wasser vermischen
- zwischen den Händen reiben
👉 Es entsteht leichter Schaum
Geeignet für:
- Hände reinigen
- leichte Verschmutzungen aus Kleidung lösen
Efeu wurde früher tatsächlich zum Waschen von Kleidung verwendet – insbesondere in ländlichen Regionen Europas.
Ätherische Öle und Harze – unterstützende Reinigung
Kiefern- oder Fichtennadeln bieten eine einfache Möglichkeit zur Reinigung:

Anwendung:
- Nadeln zerreiben
- mit Wasser vermischen
- Hände damit reinigen
Effekte:
- mechanische Reinigung durch harte Nadeln
- Harze wirken leicht fettlösend
- leicht keimhemmend
- angenehmer Geruch
Harz im Survival
Fichtenharz kann verwendet werden für:
- kleine Wunden und Schnitte (antiseptisch)
- provisorisches „Verkleben“ (wenn sich z. B. eine Zahnkrone gelöst hat )
👉 Achtung: sehr klebrig – nur punktuell einsetzen
Gerbstoffe – natürliche Keimhemmung
Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) und hemmen das Bakterienwachstum.
Eiche (Eicheln und Rinde)
- Eicheln enthalten viele Gerbstoffe
- Eichenrinde wirkt noch stärker u.U. aufwendiger in der Aufbereitung
Anwendung:
- Rinde sammeln
- auskochen → Sud
- als Waschwasser nutzen
- für kleine Wunden/Schnitte
Wirkung:
- hemmt Keime
- trocknet Haut
- zieht Gewebe zusammen
- verfärbt die Haut leicht bräunlich
👉 Nicht dauerhaft anwenden (austrocknend)
Brombeer- und Himbeerblätter
Sehr gut verfügbar und besonders praxisnah:
Anwendung:
- frisch zerreiben
- ggf. mit etwas Wasser vermischen
- als Brei auf Haut auftragen
Vorteile:
- mild
- für häufigere Nutzung geeignet
Asche als Waschmittel im Survival
Alkalische Reinigung

Holzasche kann ebenfalls zur Reinigung genutzt werden:
- leicht alkalisch
- wirkt fettlösend
- ähnlich einer schwachen Lauge
Anwendung:
- dünn auftragen
- mit wenig Wasser verreiben
👉 Wichtig: danach gründlich abspülen!
Grundregeln der Hygiene im Survival (Prävention)
- Essensreste vergraben (mind. 50 cm, besser 1 m)
- Tiere fernhalten (Mäuse, Ratten etc. mögen Dein Essen auch)
- Besteck nach jeder Mahlzeit reinigen
- Wunden sofort säubern und beobachten
- festen Toilettenbereich einrichten (abseits des Camps und immer vergraben)
- Windrichtung beachten (Tiere!)
Zahnhygiene im Survival
- Holzkohle + Finger
- dünner Ast für Zwischenräume
Kontrolle
- regelmäßig auf Zecken prüfen
- Wunden und Haut kontrollieren
- auch Begleiter überprüfen
Fazit: Hygiene entscheidet im Survival über Gesundheit
Sauberkeit im Outdoor- und Survival-Bereich ist kein Luxus, sondern ein entscheidender Faktor für das Überleben.
Mit einfachen Mitteln wie:
- Pflanzen (Saponine, Gerbstoffe)
- Hitze
- Asche
lässt sich auch ohne moderne Ausrüstung eine funktionierende Basishygiene aufrechterhalten.
👉 Wer Hygiene vernachlässigt, riskiert Infektionen – und damit seine Leistungsfähigkeit.








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